Software fuer die Ewigkeit

Softwarelösungen – Entwickelt, getestet, released und dann?

Nichts ist für die Ewigkeit – auch beim Thema Software Stacks sieht es wohl nicht anders aus, oder doch? Vor einigen Monaten durften wir eine neue Softwarelösung entwickeln. Für diesen Kunden war es besonders wichtig, dass die Software so lange wie möglich ohne jegliche Anpassungen läuft. Ist dies überhaupt umsetzbar?


Kein Update – auch eine Option?

Ich habe bereits mit Billing Systemen gearbeitet, die seit mehr als 15 Jahren kein Update mehr gehabt haben. Und wir betreuen auch Office 2003 basierenden Applikationen, die von den Kunden gut genutzt und geschätzt werden.

Also so schwierig sollte es nicht sein, oder? Schauen wir uns einige Kandidaten für das Framework an:

«Framework» «Zeit bis End of Life»
Spring Boot 27 Monate[1]
.Net 36 Monate[2]
Angular 18 Monate[3]
React 36 Monate[4]

Und Node, PHP etc. sind vergleichbar.

Ist das alles eingeplante Obsoleszenz, damit wir IT-Firmen noch mehr verdienen? Wohl kaum – leider 😉

 
 

1,2,3 Treiber

 
 

Ich sehe drei Treiber für die immer grössere Vergänglichkeit der Frameworks: Der Erste ist klar die Komplexität: Mit jedem Release wächst das Framework, es erhält mehr Features und kann noch besser jeden beliebigen Edge Case abdecken – ein aktuelles Beispiel dafür ist Vue, dessen Featureset massiv grösser geworden ist. (Disclaimer: Persönlich finde ich Vue und Vite super)

Der zweiter ist die Sicherheit: Alle diese Frameworks haben Tausende Bestandsteile und jeder Bestandteil hat eigene Abhängigkeiten. Mehr Code bedeutet immer mehr Bugs oder Sicherheitslücken. Diese werden schnellstens aktiv ausgenutzt und zwingen die Framework Maintainers neue Releases zu produzieren. Dazu kommt noch, dass der Aufwand Patches zu erstellen mit der Anzahl aktiv unterstützte Releases (mindestens) linear steigt.

Last but not least – Mode. Ja, was für Influencer die New-York Fashion Week ist, ist für einen Entwickler das neue Pattern oder die neue Technologie auszuprobieren. Uns als Softwarehersteller bleibt nichts anderes übrig, als die Lösungen regelmässig zu aktualisieren und deployen. Dies hat seinen Preis. Einen Preis, den die Kunden kaum bereit sind zu zahlen.

 
Ein Patentrezept, um mit diesen Kosten umzugehen, gibt es leider nicht. In meinem nächsten Beitrag beschreibe ich, welche konkreten Massnahmen nötig sind, um das Problem mindestens teilweise im Griff zu haben. Und wie sieht es bei Ihnen aus? Seid ihr «happy Upgraders» oder versteckt ihr eure Legacy Anwendungen auf einen Windows Server 2003 VM gut hinter eine Firewall mit Deep Paket Inspection?

 

 

Autor:

Joao Lourenco

Wenn er sich nicht gerade mit den letzten IT-Architektur Trends auseinandersetzt oder Bugs bekämpft, geht Joao seiner zweiten Leidenschaft, der Transformation und Begleitung von Unternehmen auf dem Weg zu agilen Organisationen nach.

Joao Lourenco doziert über “agile Organisationen” in Zürich und Bern und hat / besitzt mehrere SAFe Zertifizierungen. In seiner freien Zeit findet man ihn auf Wandertouren und Joggingstrecken.

Joao Lourenco Leiter Marketing und Mitglied der Geschaeftsleitung von PENTAG Informatik AG

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